Veranstaltungsbericht

 

Veranstaltung vom 21. September 2005

 

Grüne Gentechnik aus der Sicht eines Entwicklungslandes
Prof. Raimundo Rovillos / Universität Baguio (Philippinen)

 

Das Institut für Naturschutz und Naturschutzrecht Tübingen und das Interfakultäre Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Universität Tübingen luden zu einer Abendveranstaltung mit dem Thema "Grüne Gentechnik aus der Sicht eines Entwicklungslandes" ein.

Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen birgt nicht nur ein wirtschaftliches Risiko, er gefährdet auch die Gesundheit der Menschen. In dieser Auffassung sieht sich Prof. Rovillos von der Universität Baguio durch die Erfahrungen mit gentechnisch verändertem Reis und Mais auf den Philippinen bestätigt. Er warnte vor den Folgen des Anbaus gentechnisch veränderter Nutzpflanzen. In seinem Heimatland beträgt deren Anteil an der jährlichen Aussaat bereits 2 % (52.000 Hektar). Unter dem Druck der Firmen Monsanto und Syngenta hatte das Ministerium für Landwirtschaft die Grenzen für gentechnisch verändertes Saatgut geöffnet, nachdem führende Wissenschaftler des Landes die Koexistenz konventioneller und gentechnisch veränderter Pflanzen bejaht und begrüßt hatten. Mittlerweile wächst der Widerstand in der Bevölkerung und bei den Landwirten. Sie beklagen sich über körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Nasenbluten und Fieber, die möglicherweise durch gentechnisch veränderten BT-Mais hervorgerufen werden. Im Blut eines Bauern wurden nachweislich Spuren eines Giftes gefunden, welches von BT-Mais produziert wird. Vor allem die Kleinbauern, die bis zu 5 Hektar Land bewirtschaften, geraten aufgrund der hohen Lizenzgebühr, die sie mit jeder Aussaat abführen müssen, zunehmend in Existenznot. Im Anschluss an den aufschlussreichen Vortrag des Soziologieprofessors stellte die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) die Situation in Deutschland dar. Sie sieht in der Entwicklung Gentechnik-freier Regionen eine Chance, die konventionelle Landwirtschaft zu erhalten.

von Peter Hillen

Ein ausführlicher Bericht über den Vortrag von Prof. Rovillos erscheint in NRPO 2/2005.